Energie & Infrastruktur
Aktuelle Projekte
Konzeptstudie nachhaltige Bewässerung Trainingspiste Tschentenalp
Die Tschentenalp in Adelboden bietet dem Schweizer Skirennnachwuchs eine einzigartige Möglichkeit: Mit kurzen Anfahrtswegen, wetterunabhängigen Bedingungen und einer optimal abgestimmten Pistenlänge soll der Trainingsbetrieb ab Oktober verlässlich und nachhaltig sichergestellt werden.
Die Trainingspiste auf der Tschentenalp nutzt natürlichen Schnee, der mittels Isolationsmatten über den Sommer geschützt und im Winter zur Pistenpräparation eingesetzt wird — sogenanntes Snowfarming. In schneearmen Wintern sichert diese Schneeunterlage nicht nur die Saisoneröffnung, sondern dient den ganzen Winter als verlässliche Trainings- und Wettkampfpiste. Für Athlet:innen aus dem Raum Bern bedeutet das: rund eine Stunde Anfahrt bis zur Talstation, 15 Minuten später stehen sie auf der Piste.
Im Rahmen einer Konzeptstudie wird nun geprüft, wie die Anlage mit Blick auf Energie- und Wasserthemen nachhaltig weiterentwickelt werden kann. Im Fokus steht eine neu ausgelegte Bewässerungsanlage zur Schneeverdichtung
Projektdauer: März - September 2026
Förderprogramm für elektrische Pistenfahrzeuge
Snowstainability unterstützt gemeinsam mit dem Swiss Olympic Klimafonds das Förderprogramm von myclimate zur finanziellen Unterstützung bei der Anschaffung eines klimafreundlichen elektrischen Pistenfahrzeuges. Das Förderprogramm richtet sich an Bergbahnbetreiber & Kommunen in der Schweiz und Österreich. Damit soll die Energiewende vorangetrieben und die CO₂-Emissionen im Wintertourismus reduziert werden.
In der Schweiz kommen bei der Pistenpräparierung auf den Langlauf-Loipen, den Skipisten und Winterwanderwegen nach wie vor überwiegend fossil betriebene Pistenfahrzeuge zum Einsatz. Der Betrieb dieser Fahrzeuge führt zu Treibhausgasemissionen, setzt Feinstaub frei und verursacht Lärm. Obwohl klimafreundliche Alternativen mittlerweile verfügbar sind, sind deren Anschaffungskosten derzeit noch deutlich höher als die der fossilen Fahrzeuge. Diese Mehrkosten und fehlende Betriebserfahrung stellen erhebliche Hürden dar, weshalb die Elektrifizierung in diesem Bereich nicht weiter fortgeschritten ist. Interessierte können von der Förderung profitieren, wenn sie sich vor der Kaufvertragsunterzeichnung mit dem Lieferanten für das Förderprogramm anmelden.
Mehr Informationen, das Anmeldeformular sowie die Teilnahmebedingungen können hier gefunden werden.
Projektdauer: 2026 - 2029
Produktion und Übersommerung von Schnee in Schweizer Langlaufgebieten
Die natürliche Schneesicherheit in den Schweizer Alpen nimmt infolge des Klimawandels ab, besonders in tiefer gelegenen Langlaufgebieten. Diese sind durch häufigere Regenfälle, kürzere Zeitfenster für technische Beschneiung und geringere Resilienz gegenüber klimatischen Schwankungen besonders betroffen. Gleichzeitig benötigen Langlauf und Biathlon vergleichsweise geringe Schneemengen, was Snowfarming – die Übersommerung von Schnee – zu einer vielversprechenden Strategie macht. Im Gegensatz zu alpinen Skigebieten existieren bislang jedoch kaum spezifische Studien oder Planungsinstrumente zur Schneesicherheit für nordische Skigebiete.
Das SLF (Institut für Schnee und Lawinenforschung) entwickelt deshalb in diesem Projekt einen Prototyp eines datenbasierten Planungstools für das Schneemanagement in Langlaufgebieten. Dieses soll auf historischen Klimadaten, technischen Rahmenbedingungen und hydrologischen Informationen basieren und Betreiber bei strategischen und operativen Entscheidungen unterstützen – etwa zur optimalen Beschneiung, zur Füllung von Schneedepots oder zur Einschätzung von Schmelzverlusten.
Projektdauer: April 2026 - März 2028
Pellet Heizung Coop FIS Langlauf Weltcup Davos
Durch Umstieg von Ölheizungen zu Pellet-Heizungen zur Beheizung der temporären Zeltinfrastruktur des Davos Nordic (Langlauf-Weltcup in Davos) sollen weitere Schritte im Bereich der Nachhaltigkeit für die kommenden Jahre von Davos Nordic erreicht werden.
Für alle Zeltbauten (VIP-, Helfer-, Athleten-Zelte) werden Pelletheizsysteme installiert. Diese Heizsysteme bieten eine umweltfreundliche Alternative zur herkömmlichen Ölheizung. Durch die Verwendung von Pelletheizungen wird die CO2-Bilanz des Wintersportorts Davos verbessert, und das Event kann als nachhaltiger Wintersportveranstalter wahrgenommen werden.
Projektdauer: Dezember 2025 - Dezember 2026
Energie & Infrastruktur
Abgeschlossene Projekte
Energetische Sanierung der Lopperhütte
Die Lopperhütte des Ski- und Alpenklub Lopper Stansstad, ein beliebtes Ziel für Ski- und Schneeschuhtouren, ist seit vielen Jahren ein zentraler Stützpunkt für Mitglieder und externe Gäste. Nach über 50 Jahren stand nun eine umfassende energetische Sanierung an, um die gute Bausubstanz der Hütte zu erhalten und sie fit für kommende Generationen zu machen.
Die Sanierung ist ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit und sichert gleichzeitig ein Stück lokaler Wintersportgeschichte. Die Massnahmen umfassen den Austausch von Dach, Fenstern, Teilen der Fassade sowie des Cheminées, die noch aus dem Baujahr 1972 stammen. Auch die veraltete Ölheizung wird durch eine umweltfreundliche Wärmepumpe ersetzt. Ein besonderes Highlight des Projekts ist die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem neuen Dach durch die Solstis Energy AG, eine Konzerngesellschaft der BKW. Diese stellt nicht nur die Energieversorgung der Hütte sicher, sondern leistet auch einen Beitrag zur klimafreundlichen Energieproduktion. Unter anderem dank der Unterstützung von Snowstainability konnten diese nachhaltigen Technologien – die Wärmepumpe und die Solaranlage – realisiert werden.
Projektdauer: August 2025 - November 2025
Wassermanagement in Skigebieten
Mit der abnehmenden Schneesicherheit aufgrund der Klimaerwärmung wird die technische Beschneiung in Skigebieten immer wichtiger. Im Zentrum der Studie standen daher drei Fragestellungen: 1) Steht gegenwärtig und zukünftig genügend Wasser zur Verfügung, um die Nachfrage nach technischer Beschneiung zu decken?, 2) Führen die Klimaerwärmung und der vermehrte Wasserbedarf der Skigebiete zu Konflikten mit anderen Wassernutzenden oder Ökologie? sowie 3) Wie können allfällige Wasserkonflikte gelöst werden? Unter der Leitung von Seilbahnen Schweiz und in Zusammenarbeit mit Experten wurden exemplarisch die zwei Skigebiete Bivio und Belalp untersucht.
Die technische Beschneiung beansprucht mit rund 1 % des jährlichen Gesamtwasserverbrauchs der Schweiz deutlich weniger Wasser, als oft vermutet wird. Dennoch fallen sowohl die kurze Einsatzperiode (Nov./Dez.) als auch die räumliche Konzentration ins Gewicht, da sie zu einem kurzfristig und lokal sehr hohen Wasserbedarf führen. Mit der Studie konnte eine Methodik erarbeitet werden, um das Wassermanagement in Skigebieten zu analysieren. Neben der Wassermenge sind für die technische Beschneiung auch die Temperatur und die Infrastruktur ausschlaggebend, um in einer kurzen Zeitperiode ausreichend technischen Schnee produzieren zu können. Für die Anwendung der Methodik ist die Verfügbarkeit von Daten - sowohl hydrologischen wie auch klimatischen - sowie die Zusammenarbeit der Seilbahnunternehmen, Skiegebiete und Fachexperten entscheidend. Es ist deshalb wichtig, sich frühzeitig mit künftigen Entwicklungen auseinanderzusetzen, um mögliche Konfliktsituationen früh zu erkennen und zu vermeiden. Die entwickelte Methodik unterstützt diesen Prozess, indem sie eine faktenbasierte Argumentation und Zusammenarbeit ermöglicht.
Projektdauer: September 2024 - November 2025
CO2-Reduktionsmassnahmen Telemark Weltcup Melchsee-Frutt
Mit dem Projekt wurde die Minimierung des CO2-Fussabdrucks des Telemark Weltcups in der Melchsee-Frutt angestrebt. Hierfür wurden Optimierungsmassnahmen bezüglich Transportleistungen, Energiebezug und Energieproduktion geprüft und umgesetzt.
Gemeinsam mit der BKW wurde eine Analyse durchgeführt, um die konkreten Optimierungsmassnahmen zu eruieren. In einem ersten Schritt wurde ein Container im Zielbereich aufgestellt, um Pistenbully- und Transport-Stunden zu reduzieren. Zudem wurde eine Machbarkeitsstudie für eine Photovoltaik-Anlage durchgeführt.
Projektdauer: Oktober 2023 - Januar 2025
Bild: www.panoramaloipe.ch
LED-Beleuchtung, Panoramaloipe Züri Oberland
Die Panoramaloipe ist die grösste und zuverlässigste Anlage für nordischen Skisport und Biathlon im Kanton Zürich. Um für Menschen jeden Alters und für das Nachwuchstraining attraktiv zu bleiben, verfügt die Anlage über eine 4 km lange Nachtloipe. Diese wurde teilweise mit veralteten Halogenlampen beleuchtet. Im Rahmen des Projekts wurde die Beleuchtung auf moderne, energieeffiziente LED-Technologie umgestellt.
Bei der alten Beleuchtung wurden die letzten zwei Kandelaberstandorte mit sechs Lampen à 2'000 Watt betrieben. Der Wechsel zu LED-Lampen konnte den Energieverbrauch um 90 % senken. Zusätzlich bieten die LEDs eine präzisere Lichtfokussierung, was die Lichtstreuung in die umliegende Landschaft minimiert und die Lichtverschmutzung deutlich reduziert. Bei einer Betriebsdauer von 60 Tagen im Jahr und einer täglichen Leuchtdauer von 4 Stunden wird durch die Umrüstung eine jährliche Energieeinsparung von 2,6 MWh erreicht. Besonders relevant ist diese Einsparung im Winter, wenn das Stromangebot ohnehin knapp ist.
Projektdauer: Winter 24/25
Akkugeräte für die Freestyle-Events
Die Stromversorgung auf dem Wettkampfgelände eines Schneesport-Events wird oftmals mit Hilfe von Verbrenner-Generatoren sichergestellt. Diese erzeugen CO2-Emmissionen, die Abgase verfärben den Schnee rund um die Geräte braun-gelb und durch die erzeugte Wärme schmilzt die umliegende Schneedecke.
Snowstainability unterstützte die Beschaffung von zwei Akkugeräten. Mit dem Einsatz der Akkugeräte anstelle von Verbrenner-Generatoren kann der Ausstoss an CO2-Emmissionen an den Freestyle-Events reduziert werden. Damit wird ein weiterer Schritt ermöglicht, um die Freestyle-Events so CO2-arm wie möglich durchzuführen.
Projektdauer: Dezember 2023
Energieeffiziente Beleuchtung Schanze Einsiedeln
Die bestehende Beleuchtung der Skisprungschanze Einsiedeln wurde saniert. Mit der Sanierung konnte die Energie- sowie Unterhaltskosten der Anlage reduziert werden. Auch konnten die Betriebszeiten und somit die Nutzung der Skisprunganlage erweitert werden.
Die alten 38 HIT-Strahler mit Halogen-Metalldampflampen mit Quarztechnologie wurden auf LED-Strahler umgerüstet. Dies bringt einige Vorteile mit sich, wie beispielsweise die Möglichkeit zur Regulierung (Dimmung), sofortige Lichtleistung beim Einschalten, günstigerer Unterhalt oder eine reduzierte Lichtstreuung und somit auch weniger Lichtverschmutzung. Durch den Einsatz der neuen LED-Strahler kann eine Einsparung der Anschlussleistung von 30 Prozent erreicht werden, von ursprünglich 80kW mit der alten Beleuchtung zu 55.5kW mit der neuen LED-Ausstattung.
Projektdauer: 2021 - 2022